Über mich



Geboren bin ich in Mannheim, aufgewachsen am linken Niederrhein, auf dem flachen Land, nahe des Rheins und nicht weit von der niederländischen Grenze entfernt. Köln und das Ruhrgebiet sind auch in der Nähe.  Die Samt - & Seiden-stadt Krefeld ist meine Heimatstadt.

Am Rande eines Naturschutz - gebietes groß geworden, konnte ich schon früh die Natur in ihrer Vielfalt entdecken und Fragen über das Leben und Gott stellen und das Leben genießen, das in den 70er Jahren auch durch die kulturelle Vielfalt der hinzuziehenden MigrantInnen in der Region bereichert wurde. Der Geist der 69er prägt mich politisch bis heute. Das Spielen mit Puppen hat mich nicht so interessiert. Lieber habe ich mit anderen in den Feldern oder dem angrenzenden Naturschutzgebiet verstecken oder Sonstiges gespielt, bin Rollschuh gefahren, auf Bäume geklettert und habe Hütten aus Ästen und Laub gebaut in denen wir dann Musik gehört und die ersten Zigaretten geraucht haben.....Später bin ich quer durch Europa getrampt und habe gegen Atomkraftwerke demonstriert. Habe in Berlin und in der Eifel gelebt.

Meine Familie war gemischt konfessionell und lange war meine  spirituelle Heimat in der Anthroposophie. Meine erste Begegnung damit hatte ich mit ca. 18 Jahren über einen Freund, der mir ein Buch über "Nahtodeserlebnisse" (R.Moody) geliehen hat und mir auch R. Steiner nahe brachte. In dieser Zeit habe ich die Camphilldörfer in Großbritanien kennengelernt und auch dort gearbeitet.

Heute lebe ich meine Verbindung zu dem, was ich Gott nenne, frei, ohne Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Institution! Ohne eine Kraft, die größer ist als ich selbst, könnte ich nicht künstlerisch arbeiten. Denn Gott kann ich überall finden.
Seit meiner Kindheit interessiert mich das Spiel von Licht, Farbe, Bewegung und Form. Das Spiel, das ich z. B im Tagesverlauf oder in größeren Rhythmen wie dem Wandel der Jahreszeiten finde.

Haben Sie schon einmal die unterschiedlichen Grüntöne einer Landschaft bemerkt und beobachtet, wie sie sich in dem sich wechselnden Licht des Tages und des Jahreslaufes verändern? Es kann eine tiefe sinnliche Erfahrung sein, die eine Art inneres Auge für die Wahrnehmung des Lebens selbst und den stetigen Wandel öffnet. Sie können es Lebendigkeit nennen. Auf der Leinwand begegnet mir all das, was mir auch im Leben begegnet. Vor allem begegne ich mir selbst. Für mich bedeutet Malerei sehen lernen und künstlerische Arbeit drückt meine Haltung zum Leben aus. Die Bereitschaft zu stetigem Wandel und Ausprobieren - Hängenbleiben und Stolpern inbegriffen.

Aus dieser Beobachtung und dem Wissen um diese Prozesse sind die meisten künstlerischen Therapien entstanden!

Später bin ich diesen Fragen in meinem Studium der Freien Malerei intensiv nachgegangen. In der Beschäftigung mit J. W. von Goethes Farbkreis tauchen die Fragen nach dem Verhältnis der Farbe im Raum zwischen Licht und Dunkelheit wieder auf, und zwar zueinander und zur Natur. Mich haben immer eher innere Prozesse interessiert und die  Antwort darauf habe ich in akademischen Studiengängen nicht gefunden. Diese Ausbildung war ein Schulungsweg, der bis heute wirkt! 

Noch etwas später habe ich durch das Erforschen eigener schöpferischer Prozesse erfahren, dass das Erleben des Schaffensprozesses von ersten fragmentarischen inneren Bildern, Ideen oder Fragen bis zu einer klaren Komposition reicht. Im Neuen Tanz sowie in der Poesie kann das ähnlich sein. Die Basis der Gesetzmäßigkeiten als Ausgangspunkt ist jeweils eine andere, die Ebene in Raum und Zeit ebenfalls, aber der Prozess ist nach meiner Erfahrung ähnlich. Es geht dabei um die Essenz. Leider wird wenig  darüber gesprochen. Ich kenne z.B. Musiker, die beim musizieren Farben sehen und umgekehrt.

Dieser Dialog interessiert mich.

Als junge Frau habe ich Improvisationstheater gespielt und verschiedene Tanzstile, auch Contactimprovisation, kennen lernen dürfen. Auch buddhistische Meditation und Schamanismus (besonders der aus Russland kommende) haben mich  bereichert.  "Reisen" in die innere Welt haben meines Erachtens eine tiefe Weisheit, die denen bei künstlerische Prozessen sehr ähnlich sind. Bei Projekten habe ich die Ausdrucksebenen der künstlerischen Bereiche gerne so miteinander verbunden, dass ein stilles Gespräch entsteht.

Viele Jahre hat mich auch die Eurythmie aktiv begleitet. Eine Bewegungskunst, die den ganzen Menschen sieht und bewegt. Mancher mag meinen, dass sie "abgehoben" ist. Aus meiner Sicht ist das Gegenteil der Fall. Es handelt sich um eine Art sichtbare Sprache, in der individuell geübt werden kann sich zwischen Himmel und Erde ein zuordnen. 


Der Sinn meines Lebens ist es, schöpferische Prozesse zu beobachten, ressourcenorientiert zu begleiten & einen geschützten Raum dafür zur Verfügung zu stellen. Wichtig war und ist mir, die Menschen in ihrem Mensch - sein zu sehen und nicht zum Objekt meiner Projekte zu machen. Das heißt in der Praxis, dass ich Konzepte hinter mir gelassen habe und ganz aus dem Moment heraus arbeite. Diesbezüglich habe ich von Demenzkranken viel gelernt. Denn, das Herz wird nicht dement. Und "Sprache" darf unausgesprochen bleiben, sie findet auch in den Zwischenräumen statt und auf dem Papier.

Ich verstehe mich als Hebamme für schöpferische Prozesse.

Zu guter letzt gibt es noch zu sagen, dass ich eine Ausbildung als Industriekauffrau gemacht und einige Jahre im Rechungswesen & in der Frakturierung gearbeitet habe. Z.B. habe ich flexible Plankostenrechnungen für ein Stahlwerk erstellt. Über Wirtschaftskreisläufe zu lernen, Männer an glühenden Kokillen arbeiten & schwitzen zu sehen hat mir eine ganz andere Welt eröffnet. Heute ermöglicht mir diese Zeit manches selbst zu erstellen und zu verstehen. 

Neben Kursen mit allen Zielgruppen habe ich lange selbstständig im häuslichen Bereich alte und kranke Menschen begleitet, damit sie solange wie möglich zu Hause bleiben können. Dabei habe ich viel Leid gesehen und gemerkt was mir im Leben wirklich wichtig ist.

Ich bin Mutter eines 36 jährigen Sohnes, der in Köln als Freelancedesigner lebt und arbeitet und schon lange seinen eigenen Weg geht. Er ist das Wunder meines Lebens.

Ich lebe im Moment noch am Rand des Schwarzwaldes.

In diesem Text habe ich einen Überblick über meine Arbeit gegeben.  Sollte Deswegen der/die LeserIn offene Fragen haben dürfen Sie sich gerne an mich wenden!

  

Lauf, mein Liebes,
lauf allem davon,
was deine kostbaren,
knospenden Flügel
beschneiden könnte.“      

(Hafiz)

 

Bunte Vögel fliegen frei…