Über mich


 

Aufgewachsen bin ich am Niederrhein, auf dem flachen Land, nahe des Rheins nicht weit von der niederländischen Grenze. Köln und das Ruhrgebiet sind auch in der Nähe.  Die Samt & Seidenstadt Krefeld ist meine Heimatstadt.

Am Rande eines Naturschutzgebietes groß geworden, konnte ich schon früh die Natur in ihrer Vielfalt entdecken und Fragen über das Leben und Gott stellen und das Leben geniessen, das in den 70er Jahren auch durch die kulturelle Vielfalt der hin zu ziehenden Migranten in der Region berreichert wurde. Meine Familie war gemischt konfessionell und später habe ich meine spirituelle Heimat in der Antroposophie gefunden. Heute lebe ich meine Verbindung zu dem was ich Gott nenne frei. Ohne eine Kraft, die größer ist als ich selbst, könnte ich nicht künstlerisch arbeiten. Denn Gott kann ich überall finden.

Seit meiner Kindheit interessiert mich das Spiel von Licht, Farbe, Bewegung und Form. Das Spiel, das ich z. B im Tageslauf oder in größeren Rhythmen wie dem Wandel der Jahreszeiten finde.

Haben Sie schon einmal die unterschiedlichen Grüntöne einer Landschaft bemerkt und beobachtet, wie sie sich in dem sich wechselnden Licht des Tages und des Jahreslaufes verändern? Es kann eine tiefe sinnliche Erfahrung sein, die eine Art inneres Auge für die Wahrnehmung des Lebens selbst und den stetigen Wandel öffnet. Sie können es Lebendigkeit nennen. Auf der Leinwand begegnet mir all das, was mir auch im Leben begegnet. Vor allem - begegne ich mir selbst. Für mich bedeutet Malerei sehen lernen und künstlerische Arbeit ist für mich eine Haltung zum Leben. Die Bereitschaft zu stetigem Wandel und Ausprobieren  -  Hängenbleiben, Stolpern inbegriffen.

Aus dieser Beobachtung und dem Wissen um diese Prozesse sind die meisten künstlerischen Therapien entstanden!

Später bin ich diesen Fragen in meinem Studium der Freien Malerei intensiv nachgegangen. In der Beschäftigung mit J. W. von Goethes Farbkreis tauchen die Fragen nach dem Verhältnis der Farbe im Raum zwischen Licht und Dunkelheit, zueinander und zur Natur wieder auf. Goethe hat die Gesetzmäßigkeiten des Farbkreises in der Beobachtung der Natur gefunden. Der Kreis ist also ein Bild für die Enstehung der Farbe im "Universum" nicht gebunden an die materielle Welt. Denn so sehen wir sie ja meist, gebunden an Gegenstände. Sie haben aber ganz für sich selbst eine Wirkung in die Welt und damit auch auf den Menschen. Die Farben entstehen aus der Begegnung zwischen Gelb ( Licht) und Blau (Dunkelheit) und der Postion der Lichtquelle bei Tag und bei Nacht. Von Sonne oder Mond. Die Entstehung von Rot (Purpur) ist die höchste Steigerung in diesem Prozess. Vor dem Rot liegt das Licht (Weiß), dahinter die Finsterniss (Schwarz). Wir finden also, sowohl die Beziehung zum Licht und zur Finsterniss, Tag und Nacht, Sonne und Mond, als auch die Beziehung der Farben untereinander: komplementär, charakteristisch, charkterlos.

Die Grundlage dieses Studiums war Beppe Azzenzas Auseinandersetzung mit Goethes Studien und seine Herangehensweise sich mit der Farbe als solche, also unabhängig von der Form zu beschäftigen.  (Freiheit für die Farbe) Und im Weiteren  in der Bildgestaltung durch das Verhältnis von Hell/Dunkel-Kontrasten, Linie und Form zu einer Komposition zu finden.

Noch etwas später habe ich durch das Erforschen eigener schöpferischer Prozesse erlebt, dass das Erleben des Schaffensprozesses von ersten fragmentarischen inneren Bildern, Ideen oder Fragen bis zu einer klaren Komposition.... im Neuen Tanz und in der Poesie ähnliche sein können. Die Basis der Gesetzmäßigkeiten als Ausgangspunkt ist jeweils eine Andere, die Ebene in Raum und Zeit auch aber der Prozess ist ähnlich.

Dieser Dialog interessiert mich und bei Projekten verbinde ich die Ausdrucksebenen der künstlerischen Bereiche gerne so miteinander, dass ein stilles Gespräch entsteht.

Das Thema meines Lebens ist es, schöpferische Prozesse zu beobachten, ressourcenorientiert zu begleiten und einen geschützten Raum dafür zur Verfügung zu stellen. Wichtig war und ist mir, die Menschen in ihrem Mensch - sein zu sehen und nicht zum Objekt meiner Projekte zu machen. Das heißt in der Praxis, dass ich Konzepte hinter mir gelassen habe und ganz aus dem Moment heraus arbeite. Diesbezüglich habe ich von Demenzkranken viel gelernt. Denn - das Herz wird nicht dement.

Ich verstehe mich als Hebamme für schöpferische Prozesse denn -  das Aussergewöhnliche geschieht nicht auf glatten Wegen.

Über meine Kreativkurse für verschiedene Zielgruppen können Sie sich hier informieren:                                                

                                        www.kraftfeld-farbe.de